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Wasserfall-Methode

Was die Wasserfall-Methode für das Projektmanagement für Sie tun kann (und was nicht)

Lesedauer: etwa 8 Min.

Gepostet von: Lucid Content Team

Wenn Sie im Projektmanagement arbeiten, kennen Sie wahrscheinlich eine Reihe seltsamer Begriffe, die bei der Entscheidung, welcher Ansatz für Ihr Team am besten funktioniert, verwendet werden: kritischer Pfad, Scrum, PMBOK, Six Sigma usw. Vielleicht haben Sie in dem Zusammenhang schon von der Wasserfall-Projektmanagement-Methode gehört, selbst wenn Sie sie noch nie verwendet haben.

Möchten Sie herausfinden, ob dieser Ansatz gut zu Ihren Anforderungen an das Projektmanagement passt? In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie die Wasserfallmethode ein sequenzielles Verfahren zur Vereinfachung des Projektmanagements einsetzt und wie Sie Aspekte dieser Methode in Ihrer eigenen Arbeit umsetzen können.

Was ist die Wasserfallmethode für das Projektmanagement?

Einfach ausgedrückt: Das Wasserfall-Projektmanagement ist ein sequenzieller, linearer Projektmanagementprozess. Es besteht aus mehreren separaten Phasen. Keine Phase beginnt, bevor die vorhergehende Phase abgeschlossen ist, und jeder Abschluss einer Phase ist endgültig – das Wasserfallmanagement erlaubt es nicht, zu einer früheren Phase zurückzukehren. Die einzige Möglichkeit, eine Phase erneut zu durchlaufen, besteht darin, wieder bei Phase eins zu beginnen.

Die Wasserfallmethode mag strikt erscheinen, aber in der Geschichte des Systems war nur diese strenge Vorgehensweise möglich. Die Wurzeln des Wasserfallmanagements liegen in anderen Branchen wie der Fertigung und dem Bauwesen, wo das System aus der Notwendigkeit heraus entstanden ist. In diesen Bereichen müssen die Projektphasen sequenziell ablaufen. Man kann keine Wände in ein Haus einziehen, wenn das Haus noch nicht gebaut steht. Ebenso ist es unmöglich, zu einer Phase zurückzukehren. Man kann schließlich kein Fundament mehr „entgießen“.

Wie Sie sich vorstellen können, ist die richtige Planung im Wasserfallsystem ein Muss. Die Anforderungen eines Projekts müssen im Voraus klar formuliert sein und jeder Projektbeteiligte muss sich dieser Anforderungen bewusst sein. Jedes Teammitglied sollte sich über seine Rolle im Projekt und was diese Rolle mit sich bringt im Klaren sein.

All diese Informationen müssen sorgfältig dokumentiert und dann an alle Projektbeteiligten verteilt werden. Wir empfehlen, diese Informationen als Flussdiagramm darzustellen (siehe unten), damit Ihr Team die Anforderungen bei Bedarf schnell verstehen und einsehen kann. Sie können auch versuchen, Verantwortungsbereiche hinzuzufügen, um zu zeigen, welches Teammitglied welche Aufgaben hat.

Die Teammitglieder beziehen sich auf die Dokumentation, die Sie im gesamten Prozess bereitstellen. Wenn diese Dokumentation richtig befolgt wird, sind alle Erwartungen hinsichtlich der Erstellung des Produkts klar geregelt. Außerdem werden Projektmeilensteine angegeben, anhand derer sich der Fortschritt leicht feststellen lässt.

Folglich ist eine gründliche Dokumentation eine Priorität in der Wasserfall-Projektmanagement-Methode. Die Dokumentation sollte jede Phase des Prozesses abdecken, damit alle Beteiligten trotz des sequenziellen Projekt-Fortschritts auf demselben Stand sind.

Die Phasen des Wasserfall-Projektmanagements

Die einzelnen Phasen des Systems sind von Quelle zu Quelle etwas unterschiedlich, umfassen aber im Allgemeinen Folgendes:

1. Erfassen und Dokumentieren der Anforderungen

In dieser Phase sollten Sie umfassende Informationen über die Anforderungen des Projekts sammeln. Sie können diese Informationen auf vielfältige Weise erfassen, von Gesprächen über Umfragen bis hin zu interaktivem Brainstorming. Am Ende dieser Phase sollten die Projektanforderungen klar sein, und Sie sollten ein Anforderungsdokument an Ihr Team verteilen.

2. Systemdesign

Anhand der festgelegten Anforderungen entwirft Ihr Team das System. In dieser Phase wird nicht programmiert, sondern das Team legt die Spezifikationen fest, z. B. die Programmiersprache oder die Hardwareanforderungen.

3. Implementierung

In dieser Phase findet die Programmierung statt. Die Programmierer nehmen die Informationen aus der vorherigen Phase auf und erstellen ein funktionales Produkt. In der Regel implementieren sie den Code in kleinen Teilen, die am Ende dieser Phase oder zu Beginn der nächsten integriert werden.

4. Prüfung

Sobald das Programmieren abgeschlossen ist, kann mit dem Testen des Produkts begonnen werden. Die Tester suchen methodisch nach Problemen und melden diese. Wenn schwerwiegende Probleme auftauchen, muss Ihr Projekt möglicherweise zur Neubewertung in die erste Phase zurückkehren.

5. Lieferung/Bereitstellung

In dieser Phase ist das Produkt fertiggestellt, und Ihr Team reicht die zu liefernden Produkte zur Bereitstellung oder Freigabe ein.

6. Wartung

Das Produkt wurde an den Kunden geliefert und wird genutzt. Wenn Probleme auftreten, muss Ihr Team diese möglicherweise durch Patches und Updates beheben. Auch hier können große Probleme eine Rückkehr in Phase eins erfordern.

Die Vorteile des Wasserfall-Projektmanagements

Obwohl die meisten Unternehmen eine Kombination von Projektmanagementstilen verwenden, zeigt ein Bericht von LiquidPlanner aus dem Jahr 2017, dass 25,5 % der Fertigungsunternehmen derzeit die Wasserfall-Methode verwenden. Was macht diese Methode für so viele Teams erfolgreich?

Einfache Schulungen

Diese Methode kann den Erfolg Ihres Projekts selbst bei unerwarteten Bandbreitenänderungen gewährleisten. Da beim Wasserfall-Projektmanagement eine gründliche Dokumentation im Vordergrund steht, können Sie neue Teammitglieder einfach und nahtlos in jedes Projekt aufnehmen. Es ist nicht nötig, zu erahnen, was ein abwesender Programmierer vorhatte, denn alles – von der Konzeption bis zur Fertigstellung des Projekts – ist aufgezeichnet. Neue Teammitglieder können auf die Dokumentation zurückgreifen, um sich schnell zu orientieren.

Zeigt Fortschritte

Das Wasserfallmanagement zeigt auch einfach den Fortschritt an. Anhand der klar definierten Meilensteine in der ersten Phase lässt sich leicht feststellen, ob ein Projekt planmäßig vorankommt. Ebenso zeigen die einzelnen Phasen an, wie nah ein Projekt zu einem bestimmten Zeitpunkt an der Gesamtfertigstellung ist, da das Wasserfallsystem keinen Rückgriff auf eine frühere Phase zulässt. Damit entfällt ein Großteil des Rätselratens hinsichtlich des Zeitstrahls eines Projekts.

Vereinfacht das Projektmanagement

Diese Vorteile in Kombination mit dem linearen Charakter des Systems vereinfachen die Verwaltung der Wasserfallprojekte. Aufgrund des sequenziellen Systems wissen Sie jederzeit, wo sich das Projekt befindet und ob es dort sein soll. Anstatt ein großes Team zu verwalten, kann sich ein Manager ausschließlich auf die Teammitglieder in einer bestimmten Phase konzentrieren. Und sollte es zu unerwarteten Verzögerungen oder personellen Veränderungen kommen, können Sie mit der Wasserfalldokumentation Ihr Team schnell wieder auf Kurs bringen.

Spart Zeit und Geld

Unabhängig davon, ob Sie sich ausschließlich für das Wasserfall-Projektmanagement entscheiden: Es besteht kein Zweifel daran, dass Sie aufgrund der bestimmten Aspekte dieser Methode – nämlich die gründliche Konzeptualisierung und die detaillierte Dokumentation – besser darauf vorbereitet sind, ein Projekt gleich beim ersten Mal richtig durchzuführen. Wenn Sie sich frühzeitig die Zeit nehmen, Ihre Anforderungen zu ermitteln und zu planen, können Sie später Zeit und Geld sparen.

Wann wird die Wasserfallmethode angewendet?

Der Fachexperte Patrick Rockwell berät über die Arten von Situationen, in denen die Wasserfallmethode von Vorteil sein kann.

„Obwohl heutzutage weniger üblich, wenn die Anforderungen Ihres Endprodukts feststehen, der Geld- und Zeitaspekt jedoch variabel ist, sollten Sie die Wasserfallmethode wählen. Ich stelle mir gerne einen Wissenschaftler vor, der für ein großes Unternehmen forscht – durch systematisches Ausprobieren wird er wahrscheinlich seinen ganzen Prozess viele Male und in verschiedenen Stadien neu starten, um das begehrte Endergebnis zu erhalten. Das Wasserfallmanagement erwartet dieses Verhalten und bevorzugt es sogar! Dadurch können die Mitglieder ihren Ansatz immer wieder anpassen und überdenken.“

Wie Patrick erwähnt, kann das Wasserfallmanagement problematisch sein, wenn die Projektanforderungen nicht vollkommen klar sind, was der Fall ist, wenn ein Benutzer eine allgemeine Vorstellung davon hat, was er möchte, aber keine genauen Angaben machen kann. Die lineare Natur der Wasserfallmethode eignet sich nicht für Entdeckungen, und ohne spezifischere Anforderungen wird das Projekt wahrscheinlich leiden.

Tests in der späten Projektphase sorgen dafür, dass jede Überarbeitung zu einem ernsthaften Unterfangen wird. Strenge Verfechter der Wasserfallmethode würden sogar argumentieren, dass ein Revisionsbedarf bedeutet, dass die Produktanforderungen nicht klar waren und das Projekt daher zur ersten Phase zurückkehren muss. Dies kann in vielen Branchen ein ernsthaftes Problem darstellen, z. B. in der sich ständig verändernden Welt der Software.

Wenn Sie vermuten, dass sich die Anforderungen während der Produktion ändern könnten oder eine Überarbeitung erforderlich sein wird, eignet sich eher ein agiler Ansatz für Ihre Projekte. Realistisch betrachtet fallen die meisten Softwareentwicklungen in diese Kategorie.

Da sie sich nicht an Veränderungen anpassen kann, eignet sich die Wasserfallmethode am besten für kurze Projekte, die von Anfang an klar definiert sind. Wenn Sie sich sicher sind, dass die Projektanforderungen statisch sind, bietet das Wasserfall-Projektmanagement eine einfache Möglichkeit, ein Projekt durch einen klar definierten Prozess zu leiten. Es ist einfach zu verwalten und leicht nachzuverfolgen.

Wie Lucidchart beim Dokumentieren Ihres Projekts helfen kann

Sie wollen die Wasserfallmethode ausprobieren? Da Ihnen nun klar ist, wie wichtig die Dokumentation bei dieser Methode ist, wissen Sie, dass es im ersten Schritt eine Plattform zu finden gilt, mit der alle notwendigen Aufgaben verfolgt und mit Ihrem Team geteilt werden können.

Lucidchart kann Sie von der Erfassung der Anforderungen bis zur Testphase unterstützen:

  • Rufen Sie zur Erfassung von Anforderungen eine Mindmap auf. Sie können Ihr Lucidchart-Dokument sogar während einer Besprechung mit den Stakeholdern projizieren und Vorschläge in Echtzeit hinzufügen.
  • Wenn Sie in der Softwareentwicklung arbeiten, könnten Sie vielleicht ein Benutzerflussdiagramm auf der Grundlage der erhaltenen Anforderungen erstellen. Mit diesem Dokument können Entwickler einen Überblick über die Funktionsweise der Software erhalten.
  • Sobald Sie die Anforderungen festgelegt und die Aufgaben verstanden haben, die zur Erfüllung dieser Anforderungen erforderlich sind, erstellen Sie für Ihr Team einen Workflow. In Lucidchart kann Ihr Team die Abhängigkeiten auf einen Blick erkennen. 
  • Stellen Sie allen am Projekt Beteiligten eine Dokumentation zur Verfügung. Das Teilen ist einfach, da Sie von jedem Betriebssystem aus auf Lucidchart-Dokumente zugreifen oder Ihre Diagramme in beliebte Apps einbetten können. Sie können auch steuern, wer Ihr Dokument bearbeiten oder nur ansehen kann, damit Lucidchart die einzige Quelle der Wahrheit bleibt.

Melden Sie sich für ein kostenloses Lucidchart-Konto an und erfahren Sie, wie Sie die Dokumentation während des gesamten Wasserfallprozesses verbessern können.

Sind Sie bereit, die Wasserfallmethode für Ihr Projektmanagement einzusetzen?

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