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Agile-Wasserfall-Hybridlösung

Agile-Wasserfall-Hybridlösung: Das Richtige für Ihr Team?

Lesedauer: etwa 7 Min.

Gepostet von: Lucid Content Team

Die Agile-Entwicklungsmethode ist derzeit die erste Wahl für moderne Produktentwicklungsteams. Agile ist so beliebt, dass es das Wasserfall-Modell fast völlig verdrängt hat. Man sollte jedoch die Wasserfall-Methodik nicht vorschnell verwerfen.

Beide Verfahren liefern wertvolle Erkenntnisse. Möglicherweise ist eine Hybridlösung aus beiden Methodiken am besten für Ihr Unternehmen geeignet – insbesondere dann, wenn Ihren Teams ein vollständiger Wechsel zu Agile bislang schwer gefallen ist. 

Erfahren Sie mehr über das Agile-Wasserfall-Hybridmodell und finden Sie heraus, ob es die ideale Lösung für Ihr Team ist. Sie erhalten auch Denkanstöße dafür, wie sich je nach den Anforderungen Ihres Unternehmens verschiedene Kombinationen der Hybridlösung integrieren lassen.

Der Unterschied zwischen Agile und Waterfall

Zunächst benötigen Sie ein Verständnis davon, worum es sich bei der Agile- und der Wasserfallmethodik handelt, wie sie sich voneinander unterscheiden und wann man am besten welche Methodik einsetzt.

Wasserfall-Methode

Das Wasserfall-Verfahren ist eine Projektmanagement-Methodik, die auf einem sequenziellen Designprozess basiert. Der Name weist bereits darauf hin, wie die Vorgehensweise abläuft: in einer bestimmten Reihenfolge nacheinander von einem Sammelbecken zum nächsten – genau wie man bei einem Projekt von einer abgeschlossenen Aufgabe zur nächsten fortschreitet. (Die Animation am Ende des Kartenspiels „Solitaire“ ist eine weitere schöne Veranschaulichung.) 

Ein Projekt schreitet in der Regel folgendermaßen fort: von den Anforderungen zum Entwurf, dann zur Implementierung, weiter zur Verifizierung und zur Bereitstellung und schließlich zur Pflege.

Vorlage Wasserfall-Methodik
Überblick über die Wasserfall-Methode (Klicken Sie auf das Bild, um es online zu bearbeiten.)

Die Wasserfall-Methodik eignet sich am besten für Folgendes:

  • Kleine Projekte
  • Bekannte Anforderungen, die sich wahrscheinlich nicht ändern
  • Konkrete Bereitstellungsdaten
  • Projekte mit vielen abhängigen Aufgaben

Die Wasserfall-Methodik bietet einige Vorteile: Sie ist leicht zu verstehen und zu verwalten, es treten in der Regel weniger Produktionsprobleme auf und sie geht mit einer besseren Budgetverwaltung einher. Warum sollte man sich also überhaupt mit einer anderen Projektmanagement-Methodik befassen? 

Das Wasserfall-Verfahren eignet sich nicht so gut für die Komplexität, mit der die Entwicklung der meisten modernen Produkte verbunden ist. Es ist nicht ideal für komplexe oder langfristige Projekte und nicht flexibel. Deshalb wurde Agile entwickelt.

Erfahren Sie, was die Wasserfall-Methode für das Projektmanagement für Sie tun kann (und was nicht).

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Agile Methodik

Agile ist eine Herangehensweise, bei der Entwicklung durch Weiterentwicklung priorisiert wird. Funktionsübergreifende Teams arbeiten zusammen, um eine kontinuierliche Verbesserung und Iteration zu erzielen. Diese Methodik beruht auf dem Agile Manifesto. Diese Zusammenstellung von Werten und Grundsätzen priorisiert Flexibilität, Kundenanforderungen, hochwertige Software und Zusammenarbeit. Wie der Name schon sagt, können Teams damit Projekte auch dann anpassen, wenn diese bereits laufen. So kann auf Kundenanforderungen eingegangen und es können im Rahmen der Iterationen aufgetretene Probleme gelöst werden.

Mit Agile wird eine gemeinsame Grundlage geschaffen, auf die man sich bei der Softwareentwicklung beziehen kann. Sie ist jedoch wesentlich weniger streng als die Wasserfall-Methodik.

Vorlage agile Methodik
Überblick über den agilen Softwareentwicklungslebenszyklus (klicken Sie auf das Bild, um es online zu bearbeiten)

Agile ist in folgenden Fällen am besten geeignet:

  • Projekte, bei denen die Frist bzw. der volle Umfang der Anforderungen nicht bekannt ist
  • Teams mit direktem Kundenzugang 
  • Software, die sich über Iterationen hinweg weiterentwickeln kann
  • Teams ohne Bürokratie
  • Projekte ohne festes Budget
  • Projekte ohne Konkurrenz
  • Kunden, die zu einer regelmäßigen Aktualisierung ihrer Software bereit sind

Die Agile-Methodik eignet sich hervorragend für eine rasche Entwicklung, kleinere Budgets, schnelleres Feedback und Experimente. Diese Methodik setzt die „Fail fast“-Einstellung am besten um.

Erfahren Sie mehr über verschiedene Agile-Methoden und beginnen Sie jetzt mit der Anwendung von Agile-Grundsätzen in Ihrem Team.

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Das funktioniert am besten in kleinen bis mittelgroßen Teams, die rasch denken, flexibel sein und ohne umfassende Beaufsichtigung durch das Unternehmen arbeiten können. Dies macht es wahrscheinlich zur beliebtesten Methodik für die meisten Start-ups und App-Entwickler.

Sie ist jedoch nicht in jeder Situation gut geeignet. 

Was ist nun, wenn Sie die beiden obigen Beschreibungen gelesen haben und Ihre Projektanforderungen auf keine der beiden Methodiken gut passen? Es gibt eine dritte Option.

Agile-Wasserfall-Hybridmethode

Die Agile-Wasserfall-Hybridlösung kombiniert das Beste von beiden Methoden. Für Puristen ist diese Methodik problematisch, doch die Agile-Wasserfall-Methode eignet sich für die Softwareentwicklung ebenso wie für die Entwicklung von Produkten, die Hardware sowie Software umfassen. 

Agile-Wasserfall-Hybridlösung
Agile-Wasserfall-Hybridlösung (Klicken Sie auf das Bild, um es online zu bearbeiten.)

Der Definition von Erick Bergmann und Andy Hamilton zufolge ermöglicht es die Agile-Wasserfall-Hybridlösung in der Regel, dass Teams, die Software entwickeln, mit der Agile-Methodik arbeiten können, während Hardwareentwicklungsteams und Produktmanager beim Wasserfallansatz bleiben. Sie sollten die Agile-Wasserfall-Methode in Betracht ziehen, wenn Folgendes zutrifft:

  • Sie möchten ein hohes Maß an Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams fördern.
  • Ihr Unternehmen versucht, zur Agile-Methode zu wechseln, doch die damit verbundene Komplexität bremst den Fortschritt dabei. Bei der Agile-Philosophie gibt es viele Variablen und die erfolgreiche Einführung in Teams kann einige Zeit dauern. Es kann sinnvoll sein, die bekannte Wasserfall-Methode zu nutzen und langsam Agile-Vorgehensweisen einzubinden, bis alle zu einer vollständigen Agile-Methodik wechseln können.
  • Das Projekt verfügt über ein festes Budget und Abgabedatum, würde aber von der raschen Gestaltung, Analyse und Planung bei Agile profitieren.

Der Grund, warum die beiden Methodiken harmonisch miteinander vereinbar sind, liegt darin, dass es sich bei Agile eher um eine Einstellung und Herangehensweise als eine Methodik handelt. Somit lässt sich die Agile-Philosophie mit der starreren Wasserfall-Methodik in Einklang bringen. 

Wenn Sie Interesse an der Einführung einer Hybrid-Methodik haben, ist es hilfreich, sich ein Spektrum an Projektmanagement-Herangehensweisen vorzustellen. Dabei befindet sich an einem Ende die plangesteuerte, konkrete Wasserfall-Methodik und am anderen der anpassungsfähigere Agile-Ansatz.

Vor dem Hintergrund dieser Einstellung macht es Sinn, dass es nicht nur eine einzige Möglichkeit zur Einbindung eines Hybrid-Modells geben kann. 

Mögliche Agile-Wasserfall-Kombinationen

Die Entscheidung, was die beste Hybridlösung für Ihr Team ist, liegt letztlich bei Ihnen und Ihrem Unternehmen. Hier sind ein paar mögliche Szenarien:

  • Einsatz der Agile-Methode auf Unternehmensebene und Nutzung der Wasserfall-Methode für Anforderungen, Design und Implementierung.
  • Einsatz des Agile-Ansatzes auf Projektebene und Anwendung der Wasserfall-Methode auf Unternehmensebene.
  • Einsatz der Wasserfall-Methode auf Projekt- und Unternehmensebene und Anwendung der Agile-Methodik für einzelne Teams.
  • Einsatz der Wasserfall-Methode auf Projekt- und Unternehmensebene und Anwendung von Agile-Verfahren für bestimmte Entwicklungsphasen.

Die richtige Herangehensweise wird darin bestehen, den Charakter des zu lösenden Problems zu identifizieren und anschließend zu ermitteln, welche Methodik sich dafür am besten eignet. Sie können sich auch dafür entscheiden, eine Hybridlösung nur in bestimmten Fällen einzusetzen.

  • Bei Projekten mit geringem Risiko empfiehlt sich die plangesteuerte Wasserfall-Methode, um die Kosten niedrig zu halten.
  • Bei Projekten mit höherem Risiko eignen sich Agile-Verfahren gut, um solange Iterationen zu Aktivitäten durchzuführen, bis alle Probleme entdeckt und gelöst wurden.
  • Für Projekte mit knapper Frist kann eine inkrementelle Agile-Lieferung zur Kundenzufriedenheit beitragen.
  • Bei besonders komplexen Projekten kosten Agile-Verfahren möglicherweise mehr, erzielen aber ein zufriedenstellenderes Ergebnis.

Darüber hinaus kann sich Ihr Unternehmen auch dafür entscheiden, konkrete Agile-Komponenten auszuwählen und sie auf eine Wasserfall-Methodik anzuwenden. Dies kann sich so gestalten, dass die Scrum-Methode für das Teammanagement und die Aufteilung von Arbeit in wöchentliche Sprints verwendet wird. Oder aber es kann alles von der Lean-Methodik ausgehend betrachtet und ein Schwerpunkt auf eine konstante Eliminierung von Verschwendung und Redundanzen gesetzt werden. Alternativ können Ihre Teams einfach die Kanban-Methode verwenden, um den Kommunikationsfluss aufrecht zu erhalten und dafür zu sorgen, dass Teams ihre Aufgaben planmäßig erledigen. 

Die Agile-Methodik verfügt über so viele verschiedene Aspekte, dass Ihr Team mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens einen findet, der zur Verbesserung des Entwicklungsprozesses eingeführt werden kann.

Was ist die beste Option?

Man gerät leicht in Versuchung, die eine oder die andere Methodik vollends zu befürworten – insbesondere dann, wenn man sich an sie gewöhnt ist. Man sollte jedoch daran denken, dass der erfolgreiche Abschluss des Projekts stets oberste Priorität hat. Eine erfolgreiche Methodik ist schlicht und einfach eine, die Teams dabei hilft, ihre Aufgaben planmäßig zu erledigen, ein einsetzbares Produkt hervorbringt und das Budget nicht sprengt. Hierzu kann unter Umständen ein Hybrid-Ansatz erforderlich sein und auch ein wenig Experimentieren und Ausprobieren. 

Ermitteln Sie anhand der obigen Vorschläge, welche Methodik sich für die einzelnen Teile Ihres Entwicklungszyklus am besten eignen könnte, und ziehen Sie in Betracht, Methodiken nicht nur nach Team oder Entwicklungsabschnitt, sondern auch nach Projekt anzupassen. Wenn das Projekt kurz und einfach ist, kann die Wasserfall-Methodik eine gute Wahl sein – auch dann, wenn Ihre Teams an eine Agile-Herangehensweise gewöhnt sind. 

Vergleichen Sie verschiedene Managementstile, um den zu finden, der sich am besten für Ihr Team eignet, und entwickeln Sie Produkte schneller.

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