Homeschooling

8 Tipps und Tricks für erfolgreiches Homeschooling

Lesedauer: etwa 9 Min.

Gepostet von: Lucid Content Team

In den USA gibt es schätzungsweise 2,5 Millionen Kinder im Grund- und Sekundarschulalter, die zu Hause unterrichtet werden. Und diese Zahl erhöht sich jedes Jahr. Im Jahr 2020 ist diese Zahl exponentiell angestiegen. Nicht verwunderlich, da mindestens 55,1 Millionen Schülerinnen und Schüler wegen des Coronavirus von Schulschließungen betroffen waren.

Mehr als je zuvor müssen Eltern also die Ausbildung ihrer Kinder selbst in die Hand nehmen. Trotz der vielen Vorteile des Homeschoolings kann das Lernen zu Hause sowohl für Eltern als auch für Lernende eine Herausforderung sein. 

Es ist beispielsweise nicht immer einfach, in der Lernumgebung zu Hause Ordnung und Struktur zu schaffen. Chaos ist aber nicht nur frustrierend, sondern kann sogar dazu führen, dass Hausaufgaben auf der Strecke bleiben oder Kinder und Jugendliche Lernzielen hinterherhinken. Hinzu kommt, dass der Lehrplan Ihres Kindes aus vielen Bausteinen zusammengesetzt ist, die einander auf komplexe Art und Weise ergänzen, und wenn Sie mehr als ein Kind zu Hause haben … dann wird es umso schwieriger, Löcher im Turm des Wissens zu vermeiden.

Wie schaffen es Eltern also, die Kinder mit Hausunterricht auf Kurs zu halten und die Komplexitäten rund um das virtuelle Lernen und das Homeschooling allgemein zu meistern?

Hier sind acht Homeschooling Tipps für mehr Struktur.  

1. Hier wird gelernt

Homeschooling macht Spaß, ist spannend, aber oft chaotisch. Das Leben und Lernen unter demselben Dach kann schnell zu Unordnung und Chaos führen – weder eine gute Umgebung für die Lernenden noch für die Eltern, die versuchen, Wissen zu vermitteln.

Um Verwirrung zu vermeiden (und die Nerven nicht zu verlieren), sollten die Lernmaterialien Ihrer Kinder auch beim Homeschooling ordentlich aufbewahrt werden. Lassen Sie die Kinder einen Platz wählen, der nur für Schulsachen und Bücher gedacht ist. Selbst wenn Ihre Kinder am Küchentisch arbeiten, können sie Ihre Sachen nach getaner Arbeit wieder an diesen Ort zurücklegen. Erinnern Sie Ihre Schützlinge also, ihre Sachen wieder ordentlich wegzuräumen, sobald sie mit ihren Schularbeiten fertig sind.

Kinder profitieren wahrscheinlich auch davon, den Stundenplan vor sich zu sehen. Sie können ihn ausdrucken und über dem Schreibtisch aufhängen, damit die Kinder immer wissen, welche Aufgaben es noch zu erledigen gibt und welche Ziele sie sich für die laufende Woche gesteckt haben.

2. Struktur in den Homeschooling Alltag bringen

Die Ausbildung der Kinder wird beim Homeschooling flexibler und spontaner. Das ist wunderbar, doch zu Hause wird man auch leichter abgelenkt. Darum ist es wichtig, Struktur in den Tag zu bringen.

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, Kindern eine Struktur und Routine zu bieten. Wir empfehlen, einen Plan für den Tag zu erstellen und ihn dann auch zu befolgen. Daran können sich alle Familienmitglieder orientieren, auch wenn es manchmal anders kommt als geplant.

Im Folgenden finden Sie einige Homeschooling Tipps zur Erstellung klarer und wirksamer Zeitpläne:

  • Bringen Sie Farbe ins Spiel: Geben Sie jeder Aufgabe oder jedem Schulfach eine Farbe, um auf einen Blick zu sehen, was gerade ansteht. Die Organisation nach Farbe ist für alle Altersgruppen (und sogar Erwachsene) geeignet. Das System ist aber ganz besonders nützlich für jüngere Kinder, die gerade erst lernen, einen Zeitplan zu befolgen, da es so einfach zu verstehen ist.

  • Wenn Sie zwei oder mehr Kinder unterrichten, empfehlen wir die Unterteilung in Verantwortungsbereiche, um die Übersicht über mehrere Tagespläne zu behalten. Geben Sie auch an, wann Kinder gemeinsam an Projekten arbeiten oder für Dinge wie Mahlzeiten und andere Aktivitäten zusammenkommen. Verantwortungsbereichsdiagramme oder sogenannte Swimlanes veranschaulichen Arbeitsabläufe und Verantwortungsbereiche in Zeilen und Spalten (wie Bahnen in einem Pool). Swimlanes zeigen klar auf, wer einem bestimmten Projekt zugewiesen ist, wann die Zeitpläne aufeinander abgestimmt sind oder wann es einen Terminkonflikt gibt.

Homeschooling Zeitplan Beispiel
Klicken Sie auf das Bild, um es online zu ändern.

Auch einfache Flussdiagramme sind wertvolle Hilfsmittel, um mehr Struktur in den Homeschooling Alltag zu bringen. Ein Flussdiagramm macht die Reihenfolge der Aktivitäten deutlich und lenkt den Fokus auf die Aufgaben und nicht auf die Tageszeit.

Flussdiagramme können aber noch mehr: Erstellen Sie ein Flussdiagramm, dass Ihren Schützlingen hilft, zu entscheiden, ob es Zeit für eine Pause, für ihre Lieblingssendung oder doch für ihre häuslichen Pflichten ist. Eine Frage im Flussdiagramm könnte zum Beispiel lauten: „Hast du deine Schularbeiten erledigt? Wenn ja, dann kannst du A, B oder C machen. Wenn nein, dann … “

Tagesablauf eines Kindes
Klicken Sie auf das Bild, um es online zu ändern.

Wählen Sie ein System, das den Anforderungen Ihrer Familie Rechnung trägt. Ihr Tagesplan kann so detailliert oder flexibel sein, wie Sie es wünschen. Das Wichtigste ist, dass Sie und Ihr Kind eine feste Routine und Struktur haben, um auf Kurs zu bleiben.

Lucidchart macht die Visualisierung des Zeitplans und Tagesablaufs zum Kinderspiel. Auf dem intuitiven Dashboard und mit den vorgefertigten Vorlagen ist Ihr Zeitplan im Nu fertig, einschließlich Farbcodierung, Verantwortungsbereichen und Flussdiagrammen.

3. Das ganze Schuljahr im Blick

Damit das Unterrichten zu Hause wie am Schnürchen funktioniert, lohnt es sich, übergeordnete Ziele und große Projekte im Voraus zu planen. Brechen Sie große Ziele und Projekte auf kleinere Zwischenschritte herunter, damit Sie und Ihr Kind nicht das Gefühl haben, vor einem riesigen Berg an Arbeit zu stehen. Außerdem mindern Sie so das Risiko, Details zu vergessen.

Es gibt viele Möglichkeiten, Lehrpläne und Ziele visuell abzubilden:

  • Organigramme
  • Mindmaps
  • Roadmaps
  • Flussdiagramme

Die Visualisierung Ihrer Pläne hilft Ihnen, Fortschritte wahrzunehmen und organisiert zu bleiben.

4. Lernziele im Homeschooling gemeinsam festlegen

Ein weiterer Vorteil von Homeschooling ist die Förderung der Selbstbestimmtheit des Kindes. Geben Sie Ihrem Kind also die Chance, ihre oder seine Ausbildung bis zu einem gewissen Grad persönlich zu gestalten. Das Setzen von Zielen ist ein wichtiger Teil dieses Prozesses. Für Sie und Ihr Kind gilt: Wer weiß, wohin er gehen will, kommt eher dort an. Stellen Sie außerdem sicher, dass die angestrebten Lernergebnisse mit dem Stundenplan übereinstimmen. Das Kind sollte jeden Tag in irgendeiner Form auf die Ziele hinarbeiten.

Schreiben Sie als Elternteil/Lehrperson einige wichtige Lernziele für Ihr Kind im Voraus auf. (Diese werden wahrscheinlich auf staatlichen oder nationalen Vorgaben und Ihrer persönlichen pädagogischen Philosophie beruhen sowie vom Alter und den Fähigkeiten Ihres Kindes abhängig sein.) Nachdem Sie einige übergeordnete Ziele und Benchmarks festgelegt haben, setzen Sie sich mit Ihrem Kind zusammen und bitten es um seine Meinung.

Dann legen Sie gemeinsam Lernziele fest, aufgeschlüsselt nach Jahr, Semester und Monat. Dies ist auch eine gute Gelegenheit, Ihrem Kind zu zeigen, wie es basierend auf bewährten Formeln (wie der SMART-Formel) intelligente Ziele formulieren kann.

5. Nicht nur Bücher vermitteln Wissen

Einer der besten Aspekte des Homeschoolings (und einer seiner größten Vorteile) ist die Flexibilität, außerhalb eines traditionellen Klassenzimmers lernen zu können.

Nutzen Sie diesen Vorteil voll aus, indem Sie nicht nur in Lehrbüchern nach Unterrichtsstoff suchen. Mögliche Alternativen für das Homeschooling wären:

  • Brettspiele spielen
  • Backen und Kochen üben
  • Hauswirtschaftliche Arbeiten erledigen, die Wäsche machen oder ein Budget erstellen
  • Gemeinsam E-Mails an Freunde und Familie verfassen
  • Unternehmen in der Region einen Besuch abstatten
  • Auf den Bauernmarkt gehen
  • In der Bibliothek lesen

Planen Sie etwas Zeit für solche Aktivitäten in den Stundenplan ein, und ganz wichtig: Bleiben Sie offen für Neues. Es gibt so viel zu entdecken und zu lernen. Ihr Kind erwirbt durch solche Projekte neue Fähigkeiten und schließt neue Bekanntschaften. Für einen ausgewogenen Lehrplan sollten Sie solche Erfahrungen unbedingt in Ihr Homeschooling-Konzept integrieren.

6. Lernen geht beim Homeschooling auch mit der ganzen Familie

Teilen Sie Ihre Begeisterung für das Lernen mit Ihren Kindern. Gibt es ein Thema, das alle in der Familie interessiert? Perfekt. Dann ist die ganze Familie mit von der Partie.

Sie könnten zum Beispiel gemeinsam:

  • lesen
  • ein neues Hobby ausprobieren oder einander etwas beibringen
  • basteln
  • in der eigenen Stadt Touristen sein
  • geocachen gehen
  • eine Wanderung unternehmen
  • ein Museum besuchen

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Familie einzubeziehen und beim Lernen Spaß zu haben. Planen Sie doch einen Familienausflug in den Zoo, um mehr über Tiere oder Ökologie zu erfahren. Hauswirtschaft kann gut zu Hause „unterrichtet“ werden: Einfach gemeinsam Mahlzeiten planen, Einkaufslisten schreiben und kochen. Sprachen lernen macht mit Apps wie Duolingo doppelt so viel Spaß, weil man dabei Punkte sammelt. Je mehr man übt, desto höher der Score. Wer hat am Ende der Woche die meisten Punkte gesammelt?

Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und beziehen Sie die ganze Familie mit ein – für lustige und unvergessliche Erlebnisse.

7. Gemeinsam ist es gleich halb so schwer

Nur weil Sie für die Ausbildung Ihres Kindes verantwortlich sind, heißt das nicht, dass Sie alles alleine bestreiten müssen. Überall auf der Welt gibt es Gruppen von Eltern, die ihre Kinder im Homeschooling zu Hause unterrichten.

Schließen Sie sich mit anderen Eltern zusammen, die sich im gleichen Boot wie Sie befinden, um entweder persönlich oder online Ressourcen zu teilen und zusammenzuarbeiten. Der Austausch erleichtert Ihnen das Homeschooling und erweitert die Bildungsmöglichkeiten für Ihr Kind innerhalb und außerhalb Ihres Hauses, ganz zu schweigen vom sozialen Kontakt, der für alle so wichtig ist.

8. Schritt für Schritt zurück in den Lernstoff

Nach der Sommerpause oder den Weihnachtsferien direkt mit vollem Pensum durchzustarten, ist manchmal einfach zu viel des Guten. Scheuen Sie sich nicht, den Lehrplan Fach für Fach hochzufahren.

In der ersten Woche nach der Pause können Sie ein oder zwei Fächer einführen und dann jede Woche ein Fach hinzufügen, bis der Stundenplan wieder voll ist. Diese Anlaufphase gibt Ihnen und Ihrem Kind die Möglichkeit, sich langsam ans Lernen zu Hause heranzutasten, bis sich eine natürliche Routine eingespielt hat.

Nach all diesen Tipps möchten wir Ihnen noch einen letzten Gedanken auf den Weg geben: Homeschooling muss nicht der Struktur oder dem Set-up in öffentlichen Schulen entsprechen. Scheuen Sie sich nicht, mit dem Unterrichtsstil und Stundenplan zu experimentieren. Finden Sie heraus, welche Methoden bei Ihrem Kind anschlagen und passen Sie sie bei Bedarf an.

Homeschooling und Fernunterricht können anfangs einschüchternd und überwältigend wirken. Man muss an so viel denken, hibbelige Kids (oder apathische Teenager) motivieren, Schulsachen organisieren und eine Umgebung schaffen, die zum Lernen anregt. Das ist keine leichte Aufgabe.

Zum Glück gibt es jede Menge kostenloser Ressourcen für Eltern und Schüler, die sich dem Homeschooling verschrieben haben. Die oben genannten Tipps erleichtern den Start und die Homeschooling Tools von Lucidchart helfen Ihnen, auf Kurs zu bleiben.

Lesen Sie hier, wie die zeitsparenden Tools von Lucidchart Pädagogen beim Fernunterricht unterstützen.

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