Vorteile von Six Sigma
Niemand mag Veränderungen, aber wenn Sie sich für Six Sigma als Projektmanagementmethode entscheiden, werden Sie sehen, dass alle Geschäftsbereiche positiv davon beeinflusst werden.
- Datenbasierte Entscheidungen treffen: Six Sigma beruht auf statistischen Grundlagen. Ohne genaue Angaben und Daten darüber, was eigentlich in Ihrem Unternehmen vor sich geht, müssen Sie sich auf Ihr Bauchgefühl und auf Annahmen verlassen, die nicht unbedingt der Realität entsprechen. Die Datenanalyse gibt Ihnen die nötigen Informationen, um objektive Entscheidungen zu treffen und die beste Lösung oder Idee vorwärtszutreiben. Six Sigma unterstützt Ihre Initiativen, seien es leistungs- oder produktionsbezogene Projekte, mit quantitativen Datensätzen, damit Sie für alle Eventualitäten gerüstet sind.
- Zusammenarbeit und Kommunikation im Team stärken: Six Sigma soll eigentlich auf das gesamte Unternehmen angewendet werden, damit alle Mitarbeitende Probleme als Chancen sehen und gemeinsam danach streben, die Wahrheit aufzudecken. Eine solche kollaborative Umsetzung führt dazu, dass sich Mitarbeitende nicht scheuen, etwaige Bedenken zu äußern und dass man sich gegenseitig, auch zwischen Teams und Abteilungen, als Partner bei der Leistungsverbesserung und nicht als Konkurrenten sieht.
- Qualität und Kundenzufriedenheit steigern: Wie bereits erwähnt, geht es bei der Methode in erster Linie um die Reduzierung von Fehlern und Abweichungen, damit alle Kunden ein gleich gutes Erlebnis mit der Marke haben. Dabei spielt es natürlich keine Rolle, ob Ihr Produkt in einer Fabrik hergestellt wird, wie eine Schachtel Kekse, oder ob Sie etwas Immaterielles wie eine App auf den Markt bringen. Nur wenn Sie die Prozesse untersuchen, messen und quantifizieren, können Sie die richtigen Schlüsse ziehen und das Kundenerlebnis basierend darauf verbessern.
- Kosten reduzieren: Wir alle wissen, dass wir Geld verlieren, wenn die Qualität unseres Produkts nicht stimmt oder es Ineffizienzen bei der Produktion gibt, doch viele unterschätzen diese Kosten. Verpasste Lieferfristen, abwandernde Kunden und jegliche Änderungen beim Design, Management oder bei der Konstruktion, sei es aufgrund schlechter Planung oder weil wir Fehler beheben müssen, treiben die Kosten in die Höhe. Unternehmen, die nach Six Sigma agieren, fackeln nicht lange mit diesen Ineffizienzen. Sie trotzen ihnen mit gut organisierten Teams von Experten, einer rigorosen Überprüfung der Prozesse und datenbasierten Entscheidungen.
- Zeit besser einteilen und Produktivität steigern: Der gesamte Betrieb wird effizienter, wenn Teams besser organisiert, Projekte besser geplant und Daten effizienter gesammelt und analysiert werden. Und wenn Sie keine Zeit damit verschwenden, Probleme zu beheben, die hätten vermieden oder entschärft werden sollen, können Sie mehr Zeit für die wichtigen Aufgaben aufwenden.
Die Six Sigma Zertifizierung
Zwar kann jeder die Prinzipien von Six Sigma anwenden, doch die Zertifizierung bescheinigt, dass Sie über bestimmte Fähigkeiten verfügen und sich das Grundwissen zu Six Sigma angeeignet haben. Sie können Ihre Six Sigma Zertifizierung online oder über den Weg einer Wirtschaftsschule erwerben.
Was sind die Vorteile einer Zertifizierung für mein Unternehmen? Wenn Ihr Unternehmen nach Six Sigma zertifiziert ist, halten Sie nicht nur Vorschriften ein, Sie sehen auch Leistungsverbesserungen und eine Reduktion bei der Fehler- und Verschleißquote. Einzelpersonen profitieren unter Umständen von einem höheren Gehalt, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, verbesserten Führungsqualitäten und neu erworbenen Kompetenzen, die leicht auf andere Tätigkeiten übertragen werden können.
Ob Sie sich für eine Zertifizierung entscheiden, hängt auch von Ihren persönlichen Umständen ab, wie Ausbildung, Fachwissen und Arbeitgeberanforderungen. Wenn Sie z. B. bereits einen Abschluss in Betriebswirtschaft haben, entscheiden Sie sich vielleicht gegen eine Zertifizierung, da sie teuer sein kann.
Die Gürtel von Six Sigma
Die verschiedenen Stufen der Six Sigma Zertifizierung sind wie beim Karate nach Gürtelfarben geordnet. Sie zeigen das Niveau an Training an, dass ein Anwender von Six Sigma erhalten hat, und geben Auskunft über das erworbene Fachwissen.
Das sind die sechs Niveaus:
- Champion: Bei dieser Funktion handelt es sich zwar nicht um einen Gürtel per se, sie spielt aber eine wichtige Rolle im Prozess: Champions kümmern sich um die Bereitstellungsstrategie von Six Sigma. Sie nehmen eine leitende Funktion ein und stellen sicher, dass Projekte den Unternehmenszielen entsprechen, halten das Team auf Kurs und beseitigen Hindernisse.
- Master Black Belt: Anwendende erhalten den Schwarzen Meistergürtel, wenn sie im Unternehmen eine Autoritätsperson in Sachen Six Sigma sind und eine Coachingrolle einnehmen. Sie sind auch für die Verwaltung der Programmstrategie von Six Sigma verantwortlich.
- Black Belt: Das sind die am besten ausgebildeten Experten. Sie leiten, betreuen und coachen Teams, die Six Sigma umsetzen.
- Green Belt: Anwendende, die sich den Grünen Gürtel verdient haben, sind dazu ausgebildet, die meisten Prozessprobleme zu beheben. Sie unterstützen Black Belt Projekte, indem sie Datensätze sammeln und analysieren. Es kann durchaus vorkommen, dass sie weniger komplexe Projekte selbstständig leiten.
- Yellow Belt: Mitarbeitende mit dem Gelben Gürtel kennen sich mit den Grundlagen der Methode aus und nehmen an Green und Black Belt Projekten als Teammitglied teil.
- White Belt: Der Weiße Gürtel steht für die Einführung zu den Konzepten von Six Sigma. Aus diesem Pool von Anwendenden werden später die Gelben und Grünen Gürtel ausgewählt. Sie übernehmen grundlegende Aufgaben in Six Sigma Projekten.
Damit die Six-Sigma-Methode richtig greift, braucht es eine starke Führung. Darüber hinaus muss jede einzelne Person im Unternehmen das Projekt unterstützen und verstehen, insbesondere die oberste Führungsebene.
Als leitende Person können Sie entscheiden, ob diese Struktur innerhalb Ihrer Organisation und für die Ziele Ihres Projekts sinnvoll ist.
Die Prozesse von Six Sigma
Wenn Sie zum Schluss gekommen sind, dass Six Sigma für Ihr Projekt der beste Ansatz ist, können Sie aus zwei leicht unterschiedlichen Kernprozessen auswählen. Wählen Sie den Ansatz, der am besten zu Ihrem Projekt und zu den Anforderungen in Ihrer Branche passt. Sie beide verfolgen das gleiche Ziel: die Prozessverbesserung. Sie sind jedoch auf unterschiedliche Ausgangslagen zugeschnitten.
DMAIC
DMAIC eignet sich am besten für einen bestehenden Geschäftsprozess, z. B. wenn es darum geht, den Fertigungs- oder Produktionsaspekt eines Unternehmens zu verbessern.
- Define (D): Welchen Prozess möchten wir verbessern? Was scheint das Problem zu sein?
- Measure (M): Wie gut erfüllt der jetzige Prozess die bestehenden Anforderungen?
- Analyze (A): Warum erfüllt der bestehende Prozess die Anforderungen bislang nicht im gewünschten Maß? Über welche Mängel geben die analysierten Daten Aufschluss, inwiefern zeigen sie Verbesserungspotenziale auf?
- Improve (I): Verbesserung planen, testen und einführen, damit der verbesserte Prozess die gesteckten Ziele erfüllt.
- Control (C): Methoden entwickeln, um den verbesserten Prozess zu überwachen, herbeigeführte Verbesserung aufrechtzuerhalten und mögliche künftige Hindernisse zu antizipieren.
DMADV
DMADV eignet sich am besten für einen Prozess, den es noch nicht gibt, z. B. wenn es darum geht, ein neues Produkt zu entwickeln oder Kundenbeziehungen zu verbessern.
- Define (D): Welche Anforderungen stellt der Kunde? Welchen Prozess möchten wir einführen?
- Measure (M): Was erwartet unsere Kundschaft? Wie reagiert sie auf unsere Produkte oder Dienstleistungen? Wie leistungsfähig sind unsere Produkte oder Dienstleistungen?
- Analyze (A): Datensätze analysieren und basierend darauf neue Ziele stecken oder Designs entwickeln, damit der neue Prozess die Anforderungen der Kunden erfüllt.
- Design (D): Produkt, Dienstleistung oder Prozess erstellen, damit Kundenbedürfnisse zukünftig besser erfüllt werden.
- Verify (V): Design testen und veröffentlichen oder ein Monitoringplan implementieren, um den Erfolg und die Wirksamkeit des Designs bei der Erfüllung der Kundenbedürfnisse zu überwachen.