Diagram Illustration

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Mithilfe professioneller Mindmapping-Software können Sie wichtige Konzepte und Ideen besser lernen und festhalten. Erfahren Sie mehr über die Grundlagen von Mindmaps, darunter historische Hintergründe, wissenschaftliche Erkenntnisse, Anwendungsfälle und Anleitungen zum Erstellen Ihrer eigenen Diagramme.

Was ist eine Mindmap?

Mindmaps sind Diagramme, die dazu dienen, Gedanken, Ideen und Assoziationen frei zu entfalten. Diese werden in Form von Verzweigungen dargestellt, die von einem zentralen Konzept ausgehen. Die optische Gestaltung dieser Art von Diagramm soll beim Brainstorming helfen und erleichtert es Nutzern, Notizen zu machen, sich Informationen zu merken und diese auf eindrucksvolle Weise zu präsentieren. Mindmaps können simpel oder komplex sein und sowohl von Hand als auch auf dem Computer gezeichnet werden. Je nach Ihrer Absicht und der Ihnen zur Verfügung stehenden Zeit können Sie Ihren Mindmaps gestalterische Elemente hinzufügen, die Ihnen helfen, Informationen effektiv zu vermitteln – dazu gehören etwa Bilder, Zeichnungen und unterschiedlich starke Wellenlinien in mehreren Farben.

Werden Mindmaps zum Notizenmachen oder Brainstorming verwendet, stellen sie in der Regel Ideen dar, die in der Regel in ein bis drei Wörtern ausgedrückt werden und in Form von Verzweigungen von einem zentralen Konzept ausgehen. Die Lucidchart-Plattform macht diesen Prozess intuitiv und simpel – die Größe und Anordnung von Objekten wird auf dem Bildschirm automatisch angepasst. Je mehr Zeit Sie in ein Diagramm investieren und sich mit dessen Gestaltung auseinandersetzen, umso aussagekräftiger und raffinierter kann es werden. So können Mindmaps sogar regelrecht zu Kunst werden. Mindmaps werden mitunter auch als Wissens-, Struktur-, oder Gedankenkarten bezeichnet.

Entstehung

Der britische Autor und TV-Moderator Tony Buzan begründete den Begriff „Mindmap“ in den 1970er Jahren in seiner BBC-Serie Use Your Headsowie in verschiedenen Büchern, wie etwa Modern Mind Mapping for Smarter Thinking. Die visuelle Darstellung von Ideen ist jedoch viel älter als das Konzept von Mindmaps.

   

Porphyrius, ein aus dem antiken Griechenland und Rom des 3. Jahrhunderts bekannter Philosoph, gilt als Begründer einer visuellen Darstellung der aristotelischen Kategorien. Während seine unter dem Namen „porphyrischer Baum“ bekannte Erfindung noch keine Illustrationen enthielt, wurden diese später von weiteren Denkern hinzugefügt. So verwendete im 13. Jahrhundert beispielsweise der Philosoph Ramon Llull Diagramme diese Art, darunter auch illustrierte porphyrische Bäume.

 

Zahlreiche wegbereitende Persönlichkeiten und Vordenker haben im Laufe der Geschichte organische Wellenlinien verwendet, oftmals im Rahmen von Zeichnungen und Skizzen. Dazu gehören etwa Leonardo da Vinci, Michelangelo, Albert Einstein, Marie Curie, Thomas Edison und Mark Twain.

In den 1950er Jahren entstand die Theorie der sogenannten semantischen Netze. Diese befasst sich mit Fragen rund um das menschliche Lernen und mit den semantischen Zusammenhängen zwischen Konzepten.  In den 60er Jahren wurde die Theorie von Allan M. Collins und M. Ross Quillian weiterentwickelt. In den 70er Jahren entwickelten Lernexperten sogenannte Concept Maps, die eine ähnliche Struktur aufweisen wie Mindmaps, jedoch nicht auf ein zentrales Konzept aufbauen. Buzan zufolge wurde er beim Entwickeln seines Mindmap-Konzepts von der allgemeinen Semantiklehre von Alfred Korzybski und bekannten Science-Fiction-Autoren wie Robert A. Heinlein und A. E. van Vogt beeinflusst. Buzan ist der Meinung, dass Menschen Informationen oftmals nicht unbedingt linear, nicht von links nach rechts oder von oben nach unten aufnehmen und verarbeiten. Aus dieser Annahme heraus entwickelte er die Idee der Mindmaps.

Anbei einige Beispiele verwandter Konzepte:

  • Sunburst-Diagramm: Ein Kreisdiagramm mit mehreren Ebenen (auch als Ringdiagramm bezeichnet).
  • Spinnendiagramm: Eine Weiterentwicklung von Venn- und Euler-Diagrammen. Im Gegensatz zu letzteren enthält ein Spinnendiagramm auch Punkte, die eine Spinnenform ergeben, wenn sie miteinander verbunden werden.
  • Mnemonik: Merkhilfen für ein besseres Verarbeiten von Informationen. Darunter fallen etwa Abkürzungen, visuelle Gedächtnisstützen oder bestimmte Töne.
  • UML-Diagramm (Unified Modeling Language): Ein Diagramm zur visuellen Darstellung einer Systemstruktur im Bereich der Softwareentwicklung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über Mindmaps

Mehrere Studien belegen, dass Mindmaps es leichter machen, sich Ideen und Zusammenhänge zu merken, da sie als visuelle Gedankenstütze dienen. Laut Tony Buzan wird dieser Effekt noch verstärkt, wenn zusätzlich gezielt Bilder, Wellenlinien, Farben und Text eingesetzt werden. Hier einige Beispiele wichtiger wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Thema Mindmaps:

  • In einer 2005 von Glennis Edge Cunningham durchgeführten Nutzerstudie gaben 80 % aller befragten Biologieschüler auf Sekundarschulniveau an, sich neues Wissen mithilfe von Mindmaps besser merken zu können.
  • In einer 2002 von Paul Farrand, Fearzana Hussain und Enid Hennessy durchgeführten Studie waren Medizinstudenten im zweiten und dritten Studienjahr in der Lage, sich Informationen besser zu merken, wenn Sie Mindmaps verwendeten, wobei die Ergebnisse davon abhingen, wie die jeweiligen Studenten bevorzugt Notizen machten.
  • A. V. D'Antoni und G. P. Zipp führten 2006 eine Studie mit angehenden Chiropraktikern durch und konnten zeigen, dass diesen das Lernen mithilfe von Mindmaps leichter fiel.

Weitere Forschungsergebnisse zum Thema Mindmaps:

  • 2011 befassten sich Joeran Beel und Stefan Langer näher mit den Inhalten von Mindmaps. Sie fanden heraus, dass die meisten befragten Nutzer bis dato nur eine geringe Anzahl an Mindmaps erstellt hatten (Mittelwert: 2,7), die im Durchschnitt nur wenige Knoten enthielten (31), wobei ein Knoten durchschnittlich drei Wörter umfasste.
  • Claudine Brucks und Christoph Schommer veröffentlichten 2008 eine Studie zur automatischen Erstellung von Mindmaps auf Basis vollständiger Texte. Auch T. Rothenberger und weitere Kollegen veröffentlichten im selben Jahr einen ähnlichen Bericht.

Vielfältige Anwendungsfälle

  • Bildungswesen, Geschäftswelt, Informatik und weitere Bereiche: Mindmaps sind derart vielseitig und leicht zu erstellen, dass sie in vielen verschiedenen Branchen und Fachbereichen eingesetzt werden – vom Bildungswesen über die Geschäftswelt bis hin zur Informatik und mehr.
  • Brainstorming: Mindmaps eignen sich perfekt zum Brainstorming von Ideen zu einem bestimmten Konzept. Sie ermöglichen es, Gedanken zu bündeln, wodurch weitere Assoziationen entstehen, die dann mitsamt ihrer Zusammenhänge dargestellt werden können. So eigenen sie sich perfekt für Unternehmen oder Einzelpersonen, die ihre Kreativität entfalten wollen, ohne vom eigentlichen Thema abzukommen.
  • Notizen: Studenten oder Geschäftsleute können Mindmaps erstellen, um Informationen festzuhalten und zu organisieren, etwa im Rahmen von Vorlesungen, Präsentationen, Meetings oder Brainstorming-Sessions. Wenn Sie tiefer ins Detail gehen möchten, können Sie auch Lucidchart verwenden, um ausführlichere Notizen hinzuzufügen, die nicht direkt innerhalb des Diagramms erscheinen. Klicken Sie dann einfach auf das Notizsymbol, um sie anzuzeigen.
  • Lernen und analysieren: Studien haben bewiesen, dass Mindmaps helfen, sich Informationen besser zu merken. Selbst wenn Sie zu Beginn eines Projekts keine Mindmap erstellt haben, können Sie dies nachträglich tun, wenn Sie Ihr Material besser verstehen und interpretieren möchten.
  • Entscheidungsfindung: Mindmaps können Ihnen helfen, relevante Aspekte, Faktoren und Kriterien zu durchdenken, bevor Sie eine Entscheidung treffen.
  • Präsentationen: Mindmaps sind ideal, um Ideen auf eindrucksvolle Weise visuell darzustellen. Sie lassen sich ganz leicht in Programme wie PowerPoint, Word, Excel und mehr integrieren.
  • Persönliche Entwicklung: Ordnen Sie Ihre Ideen in Form einer Mindmap, um ein persönliches oder berufliches Ziel zu planen, ein Problem zu lösen oder sich zukünftige Ereignisse zu vergegenwärtigen.
  • Kreative Projekte: Planen Sie die Handlung einer Geschichte, überwinden Sie lästige Schreibblockaden oder lassen Sie Ihrer Kreativität einfach mal freien Lauf.
  • Planung: Planen Sie Veranstaltungen, Meetings oder Projekte mithilfe von Mindmaps.
  • Vorstufe anderer Diagramme: Mindmaps können besonders in der Anfangsphase dabei helfen, Projekte zu organisieren und Konzepte gezielt zu entwickeln. Im weiteren Verlauf eigenen sich andere Diagramme je nach Art und Ziel des Projekts unter Umständen besser.
  • Kunst: Zahlreiche Künstler haben Mindmaps bereits auf originelle Art und Weise im Rahmen ihrer Arbeit verwendet. Hier finden Sie einige aktuelle Beispiele.

So zeichnen Sie eine Mindmap

  1. Definieren Sie Ihr Kernkonzept. Verwenden Sie hierzu nicht mehr als drei Wörter und achten Sie darauf, dass das Konzept in der Mitte der Seite steht. Sie können das Diagramm entweder von Hand oder mithilfe von Sofware wie etwa Lucidchart erstellen.
  2. Fügen Sie Ihre Ideen in Form von Beschriftungen hinzu. Zu diesem Zweck können Sie auch Kästchen zeichnen, dies ist jedoch nicht erforderlich. Verbinden Sie jede neue Idee durch eine Linie mit dem Kernkonzept. Verwenden Sie kurze Beschriftungen (auch Einzelwörter sind in Ordnung) und zeichnen Sie für jede Ideen-Ebene neue Verzweigungen ein.
  3. Richten Sie die Seite im Querformat aus, damit Ihnen möglichst viel Platz für Verzweigungen zur Verfügung steht.
  4. Verwenden Sie Bilder, sofern dies zeitlich möglich ist und zum Zweck Ihres Diagramms beiträgt. Bilder und Grafiken sorgen dafür, dass Ihre Mindmap Betrachtern länger im Gedächtnis bleibt.
  5. Verwenden Sie unterschiedliche Farben für die einzelnen Ideen-Ebenen, um für eine visuelle Organisation zu sorgen. Falls Sie Ihr Diagramm von Hand zeichnen, empfehlen wir Ihnen, (mehr-)farbige Kugelschreiber zu verwenden. Sie können auch eine Hierarchie hinsichtlich der Größe von Beschriftungen und der Dicke von Linien entwickeln.
  6. Verwenden Sie gewellte oder gerade Linien. Dies hängt im Prinzip lediglich von Ihrer persönlichen Präferenz ab. Buzan zufolge machen Wellenlinien Mindmaps interessanter.
  7. Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil. Hier spielen zum einen Ihre Denkweise, zum anderen auch Ihre Zeichenkünste eine Rolle. Mindmaps befolgen kaum feste Regeln.
  8. Beginnen Sie mit einem simplen Diagramm, falls Ihnen nicht viel Zeit zur Verfügung steht. Das gilt sowohl, wenn Sie Diagramme von Hand zeichnen, als auch, wenn Sie einen Computer verwenden. Sie können Ihre Diagramme später nach Belieben ausbauen. Mit Lucidchart können Sie praktische Tastenkombinationen verwenden, um schnell und einfach Mindmaps zu erstellen. Kästchen und Farben werden automatisch für Sie angepasst. Gestalterische Elemente wie Bilder und Wellenlinien können bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden.
  9. Arbeiten Sie mit Kollegen zusammen, indem Sie die Mindmap online teilen und es anderen Nutzern ermöglichen, diese zu bearbeiten.

Weitere Informationen zur Erstellung von Mindmaps finden Sie hier