persönliche SWOT-Analyse

Was ist eine persönliche SWOT-Analyse?

Lesedauer: etwa 9 Min.

Wenn man nach den Ursprüngen oder der Entwicklungsgeschichte der SWOT-Analyse sucht, stellt man schnell fest, dass es einige unterschiedliche Meinungen zu dem Thema gibt. Manche glauben, SWOT sei bereits in den 50er Jahren von den Professoren George Albert Smith Jr., C. Roland Christiensen und Kenneth Andrews an der Harvard Business School entwickelt worden. Andere denken, Albert S. Humphrey habe die Methode in den 60er Jahren am Stanford Research Institute begründet, obwohl Humphrey dies selbst nie behauptete.

Unabhängig davon, wem die Anerkennung gebührt, ist die SWOT-Analyse ein sehr beliebtes Instrument, das Unternehmen und Einzelpersonen eine Selbstevaluation ermöglicht, die auf den folgenden Faktoren gründet:

  • Stärken: Eigenschaften, die Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen
  • Schwächen: Eigenschaften, durch die Sie anderen unterlegen sind
  • Chancen: Trends oder Technologien, die Sie nutzen können, um sich einen Vorteil zu verschaffen
  • Risiken: Hindernisse, die Ihr Karrierewachstum beeinträchtigen

In diesem Artikel erläutern wir, wie Sie mithilfe einer SWOT-Analyse eine Selbstevaluation durchführen können. Dabei werden wir auch einige Beispiele für persönliche SWOT-Analysen mit Ihnen teilen, um Ihnen Ideen für den Selbstreflexionsprozess an die Hand zu geben, sowie die Vor- und Nachteile der SWOT-Analyse darlegen.

SWOT Analyse Beispiel
Beispiel für eine SWOT Analyse (Klicken Sie auf das Bild, um es online zu bearbeiten)

Was ist eine persönliche SWOT-Analyse?

Lassen Sie uns zunächst erörtern, warum Sie überhaupt eine persönliche SWOT-Analyse durchführen sollten. Es heißt, dass man keinen einzigen Tag in seinem Leben arbeiten muss, solange man einen Job hat, den man wirklich liebt. Diese Behauptung wird häufig Konfuzius zugeschrieben, obwohl niemand belegen kann, dass er das tatsächlich gesagt hat (und wie viele „Jobs“ soll es 500 v. Chr. schon gegeben haben?).

Der Punkt dieser Aussage ist: Suchen Sie sich eine Arbeit, die Ihnen wirklich gefällt. Aber wie findet man so einen Job, der den eigenen Fähigkeiten entspricht, den man gerne macht und der im Idealfall auch noch gut bezahlt ist? Eine Bewertung Ihrer Stärken und Schwächen anhand einer SWOT-Analyse ist ein guter Anfang. Sie kann Ihnen dabei helfen, einen Beruf zu finden, in dem Sie aufblühen und auch eventuelle Vorgesetzte durch Ihren Einsatz begeistern können.

Wie führt man eine persönliche SWOT-Analyse durch?

Erstellen Sie Ihre eigene SWOT-Matrix oder verwenden Sie eine Vorlage von Lucidchart für Ihre persönliche SWOT-Analyse. Um eine persönliche SWOT-Analyse durchzuführen, sollten Sie die folgenden vier grundlegenden Schritte befolgen, um die entsprechenden Quadranten der Vorlage auszufüllen.

Schritt 1: Bewerten Sie Ihre Stärken

In diesem Schritt schreiben Sie auf, was Sie von Ihren Mitbewerbern abhebt – dabei dürfen Sie sich ruhig selber loben. Beantworten Sie dazu Fragen wie:

  • Welche Fähigkeiten und Zertifizierungen besitzen Sie, die Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen?
  • Haben Sie einflussreiche/anerkannte Kontakte in der Branche, die für Ihre Fertigkeiten bürgen können?
  • Was würden Ihre Vorgesetzten oder Mitarbeitenden als Ihre Stärken bezeichnen?
  • Was können Sie besser als andere?
  • Können Sie mit Ihrer Ausbildung und Ihrem Fachwissen eine Kompetenzlücke innerhalb Ihres Unternehmens schließen?
  • Welche positiven Qualitäten können Sie vorweisen, von denen Sie glauben, dass andere sie nicht besitzen/zeigen?
  • Welche Ihrer Erfolge sehen Sie als besonders lohnenswert an?

Bei der Beantwortung dieser Fragen sollten Sie versuchen, keine falsche Bescheidenheit an den Tag zu legen – gleichzeitig müssen Sie aber auch objektiv bleiben und dürfen sich nicht überschätzen. Überlegen Sie auch, welche Ihrer persönlichen Eigenschaften man zu Ihren Stärken zählen könnte.

Bedenken Sie dabei, dass einige der Dinge, die Sie als Stärken identifizieren, möglicherweise gar keine sind. Eine Person könnte zum Beispiel denken, dass sie in der Musikindustrie Fuß fassen könnte, weil sie gute Songs schreibt. Da es jedoch Millionen von Menschen gibt, die gute Musik komponieren, kann das allein nicht mehr als richtige Stärke bezeichnet werden. Um ihre wahren Stärken zu finden, müsste diese Person sich eher überlegen, was ihre Musik von den Liedern anderer abhebt.

Schritt 2: Bewerten Sie Ihre Schwächen

Ebenso wie mit dem Eigenlob sollten Sie auch mit der Eigenkritik nicht zu sparsam umgehen. Bewerten Sie offen und ehrlich Ihre Schwächen, indem Sie Fragen beantworten wie:

  • Gibt es Aufgaben, die Sie nicht durchführen möchten oder die Sie lieber an andere weitergeben, weil Sie befürchten, ihnen nicht gerecht zu werden?
  • Welche Lücken gibt es in Ihrer Ausbildung oder Ihren Fähigkeiten, die Sie daran hindern, sich weiterzuentwickeln?
  • Welche neuen Technologien oder Verfahren wurden eingeführt, seitdem Sie Ihre Ausbildung abgeschlossen haben?
  • Haben Sie schlechte Angewohnheiten, wie beispielsweise zu spät zur Arbeit zu erscheinen, vorgeschriebene Abläufe nicht zu befolgen oder schlecht mit anderen zu kommunizieren? Denken Sie vielleicht, dass Sie von inkompetenten Menschen umgeben sind und nur Sie sich richtig bemühen?
  • Wie gut können Sie mit Stress umgehen?
  • Halten Sie Fristen ein?
  • Welche Schwächen würden Ihre Mitarbeitenden und Vorgesetzten Ihnen zuschreiben?

Versuchen Sie nicht, die Auseinandersetzung mit Ihren tatsächlichen Schwächen mit Scheinantworten wie „Ich arbeite viel zu viel“ zu umgehen. (Übrigens ist das genau die Art von Antwort, die Personalverantwortliche in einem Vorstellungsgespräch nicht hören möchten.)

Bei dieser Evaluierung Ihrer Schwächen geht es keineswegs darum, dass Sie sich Vorwürfe wegen all der Dinge machen, die in Ihrem Arbeitsleben nicht glatt laufen. Betrachten Sie diese Übung eher als die Gelegenheit, bestimmte abträgliche Aspekte Ihres Selbst zu identifizieren, die Sie in Stärken umwandeln können. Mit dieser positiven Einstellung haben Sie wiederum gute Chancen, sich eine Beförderung zu verdienen oder Ihre Karriere auf einen vielversprechenderen Weg umzuleiten.

SWOT-Analyse
SWOT-Analyse (Klicken Sie auf das Bild, um es online zu bearbeiten)

Schritt 3: Identifizieren Sie neue Chancen

Ein Zitat, das oft Thomas Edison zugeschrieben wird, besagt sinngemäß: „Wir erkennen Handlungschancen oft nicht, da sie sich uns in ihrer Arbeitskleidung präsentieren.“ (Es gibt keine verifizierten Belege dafür, dass Edison das jemals so gesagt hat – und „zitiert“ wurde er damit das erste Mal in einem Artikel im Forbes Magazin aus dem Jahre 1962. Da Edison jedoch bereits 1931 starb, ist auch diese Zuschreibung nicht belegbar und daher umstritten).

Jedenfalls ist die Essenz dieser Aussage, dass es im Allgemeinen überall Handlungschancen gibt, dass wir jedoch erst etwas Arbeit investieren müssen, um davon profitieren zu können. Ob man diese Möglichkeiten erkennt und wahrnimmt, hängt demnach auch von der individuellen Persönlichkeit des Einzelnen ab. Positiv eingestellte Menschen erkennen in der Regel mehr Chancen als Menschen, bei denen das Glas immer halb leer ist. Weniger ehrgeizige Menschen erkennen gute Handlungsgelegenheiten nur dann, wenn sie ihnen direkt vor die Nase gesetzt werden.

Wenn Sie diesen Abschnitt der SWOT-Analysevorlage ausfüllen, können Sie sich die folgenden Fragen stellen, um entsprechende Handlungschancen aufzudecken:

  • Gibt es neue Technologien, die Sie erlernen könnten und die Ihnen helfen würden, Ihre Ziele zu erreichen?
  • Könnten Sie im Internet Hilfe von anderen erhalten?
  • Gibt es eine offene Stelle innerhalb oder außerhalb Ihres Unternehmens, die Ihren Fähigkeiten und Stärken besser entspricht als Ihre aktuellen Tätigkeiten?
  • Wie entwickelt sich Ihre Branche aktuell weiter und was könnten Sie tun, um dieses Wachstum zu fördern?
  • Könnten Sie freiwillig eine Aufgabe oder ein Projekt übernehmen, die bzw. das niemand sonst erledigen möchte?
  • Gibt es Seminare oder Kurse, an denen Sie teilnehmen könnten, um Ihre Fähigkeiten zu verbessern?
  • Werden irgendwo Fähigkeiten benötigt, die sonst niemand besitzt?

Während Sie an Schritt 3 der SWOT-Analyse arbeiten, versuchen Sie, Schwächen zu identifizieren, die Sie in Handlungsmöglichkeiten umwandeln können. Zum Beispiel: Vielleicht lehnen Sie es ab, die Leitung eines Projektes zu übernehmen, da Sie es sich nicht zutrauen. Um herauszufinden, ob diese Zurückhaltung berechtigt ist, müssten Sie es allerdings zumindest einmal ausprobieren. Wenn sich also das nächste Mal die Gelegenheit ergibt, ein Projekt zu leiten, sollten Sie diese wahrnehmen.

Schritt 4: Halten Sie Bedrohungen im Auge

In diesem letzten Quadranten der SWOT-Analysevorlage sollten Sie sich mögliche Stolpersteine oder Situationen ansehen, die Sie daran hindern, Ihre Ziele zu erreichen. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wer sind Ihre Konkurrenten?
  • Versuchen andere Mitarbeitende, die gleiche Stelle oder Beförderung zu bekommen wie Sie?
  • Gibt es neue Technologien, die Sie für Ihre Position beherrschen müssen? Können Sie sich schnell darin einarbeiten, oder wird der Zeitaufwand für den Lernprozess Ihren Fortschritt aufhalten?
  • Herrscht in Ihrem Unternehmen die Meinung, dass Sie zu alt sind und nicht mehr mit den neuesten Trends mithalten können?
  • Entsprechen Ihre Fähigkeiten nicht mehr den Anforderungen Ihrer aktuellen Aufgaben?
  • Sind bestimmte Ihrer Charaktereigenschaften hinderlich für Ihren Erfolg?

Die Durchführung dieser persönlichen SWOT-Analyse kann Ihnen dabei helfen, sich ein Gesamtbild über Ihre aktuelle Situation zu verschaffen. Dabei werden Sie herausfinden, was Sie tun können, um Ihre Wachstumschancen in dem Job oder der Karriere Ihrer Wahl zu verbessern.

Wann sollten Sie eine persönliche SWOT-Analyse durchführen?

Sie können jederzeit die SWOT-Methode anwenden, zum Beispiel wenn Sie darüber nachdenken, einen neuen Karriereweg einzuschlagen, wenn Sie sich in Ihrem Unternehmen anders einbringen möchten oder wenn Sie sich auf ein Jobinterview vorbereiten. In jeder dieser Situationen kann eine Selbstanalyse Ihrer Stärken und Schwächen Ihnen weiterhelfen. Ein Beispiel einer persönlichen SWOT-Analyse finden Sie hier.

Wenn Sie diese Analyse durchführen, könnte es Ihnen möglicherweise helfen, wenn Sie sich selbst als das Produkt betrachten, das verkauft werden muss.

Nehmen wir beispielsweise an, Sie hätten Schwierigkeiten damit, eigene Leistungsbewertungen zu verfassen, da Sie Ihrer Meinung nach nichts Außergewöhnliches tun und doch einfach nur Ihre Arbeit erledigen. Anhand einer SWOT-Matrix können Sie Ihre Leistung am Arbeitsplatz folgendermaßen analysieren:

  • Sie ermitteln die persönlichen Stärken, mit denen Sie Ihrem Team oder Ihrem Unternehmen helfen konnten. Konnten Sie die Performance Ihres Teams/Unternehmens aufgrund einer innovativen Idee verbessern? Haben Sie alle Fristen eingehalten oder Aufgaben vorzeitig abgeschlossen?
  • Sie identifizieren Bereiche, in denen Sie Ihre Performance optimieren könnten, um einen wertvolleren Beitrag zu leisten. Sollten Sie eine Schulung besuchen, um Ihre Schreibfähigkeiten zu verbessern? Verfügen Sie über aktuelle HTML5-Programmierkenntnisse?
  • Schreiben Sie die Möglichkeiten oder Ziele auf, an denen Sie im kommenden Jahr arbeiten möchten, um Ihre Position in Ihrer Abteilung zu verbessern oder eine neue Rolle zu übernehmen.
  • Sie ermitteln, welche Bedrohungen Ihnen bei der Verwirklichung Ihrer Ziele im Wege stehen könnten. Erarbeiten Sie Ideen und einen Plan, wie Sie diese Bedrohungen überwinden können.

Durch eine solche Selbstanalyse verbessern sich Ihre Chancen, dass Sie die gewünschte Beförderung oder Lohnerhöhung tatsächlich erhalten.

Wie kann Lucidchart dabei helfen?

Lucidchart bietet Ihnen gleich mehrere Vorlagen für die Durchführung von SWOT-Analysen, und mit unserem SWOT-Analyse-Tool können Sie in nur wenigen Minuten Ihre eigene Matrix erstellen. Auf die Dokumente, die Sie in Lucidchart erstellen, können Sie anschließend jederzeit und überall zugreifen. Wenn Sie Feedback zu Ihrer persönlichen SWOT-Analyse benötigen, können Sie das Dokument darüber hinaus innerhalb Ihrer Familie oder im Freundeskreis teilen. Auf diese Weise können die Menschen, die Sie am besten kennen, dort Anmerkungen und Kommentare einfügen und dadurch Ihre Evaluierung weiter verbessern.

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